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Stau auf Westeinfahrt

U4-Sanierung: Kirnberger fürchtet Chaos und fordert P&R-Ausbau

Mit Anfang April diesen Jahres fängt die Sanierung der U4 an. Ab dann fährt auf einer Spur der zweispurigen Westeinfahrt alle 2 ½ Minuten ein Schienenersatzverkehrsbus. “Das bedeutet, dass nur mehr eine Spur für den regulären Autoverkehr zur Verfügung steht. Ein Verkehrschaos mit Stau zurück auf die Autobahn ist daher schon jetzt vorprogrammiert – der Wahnsinn soll bis September andauern. Purkersdorf wird davon natürlich eine der am stärksten betroffenen Gemeinden sein – einerseits, weil viele Purkersdorfer nach Wien zur Arbeit pendeln und andererseits, weil auch andere bei uns auf die Öffis umsteigen wollen werden – beispielsweise Gablitzer und Tullnerbacher. Wir müssen daher schnellstens darauf reagieren und prüfen, wo zusätzliche P&R-Stellplätze, zumindest provisorisch, eingerichtet werden können”, fordern ÖVP-Chef GR Andreas Kirnberger und Verkehrssprecher GR Florian Liehr ein.

P&R_Kapazitäten am Ende

Leider sind die P&R-Kapazitäten in Purkersdorf schon jetzt am Limit. Die Stadt nehme bewusst in Kauf, dass Einkäufer und Arbeitnehmer auf der P&R-Anlage parken. Durch diese “Fremdnutzung” ist die ÖBB bislang auch nicht bereit, die Kapazität auszubauen. “Purkersdorf muss daher selbst vorangehen. Wir brauchen den Ausbau der P&R-Stellplätze in Purkersdorf – wenn notwendig muss die Gemeinde das alleine machen”, stellt Kirnberger fest.

Stau vorprogrammiert

Dazu kommt, dass auch die ÖBB die Westbahnstrecke sanieren werden und im Sommer zwei Tunnels komplett gesperrt sind. Dann fallen auch alle REX Verbindungen zwischen Wien Westbahnhof und St. Pölten aus. Dazu Kirnberger: “Das bedeutet, dass noch mehr Leute nach Purkersdorf kommen werden, um einen P&R-Stellplatz zu bekommen, damit sie sich die Westeinfahrt und den dortigen Stau ersparen. Hier muss jetzt rasch reagiert werden – wir brauchen dringend einen Ausbau der Kapazitäten auf der Westbahn. Wir werden daher Kontakt mit dem Verkehrsverbund Ost-Region aufnehmen, der hier für mehr Zugverbindungen zwischen Purkersdorf und Wien sorgen muss. Wir werden die Pendler nicht im Regen stehen lassen!”

LH Pröll: NÖ schafft 3.730 zusätzliche P&R-Plätze – auch in Purkersdorf

Das Land Niederösterreich wird in den kommenden drei Jahren 3.730 zusätzliche Park- and-Ride-Stellplätze für die niederösterreichischen Pendlerinnen und Pendler schaffen. Dafür werden rund 25 Millionen Euro investiert. Das gaben am heutigen Mittwoch, 24. Oktober, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Landesrat Mag. Karl Wilfing bekannt.

Mit diesem Maßnahmenpaket reagiere man auf die neue Situation auf Grund der geänderten Parkraumbewirtschaftung in Wien, sagte Landeshauptmann Pröll in seiner Stellungnahme. So seien derzeit rund 250.000 Pendler und Schüler zwischen Wien und Niederösterreich unterwegs. Dazu gäbe es in den letzten Wochen auch verstärkt Anfragen von Wiener Unternehmen, weil die neue Parkraumbewirtschaftung in Wien für sie eine Belastung bedeute. „Für uns ist spürbar: Durch diese Art der Parkraumbewirtschaftung leidet der Standort Wien und ergibt sich eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich.“

Das heute präsentierte Maßnahmenpaket teilt sich in ein kurzfristiges Paket, im Zuge dessen noch heuer 1.730 zusätzliche Stellplätze entstehen sollen, sowie in ein Ausbaupaket bis zum Jahr 2015, wodurch weitere 2.000 Stellplätze geschaffen werden.

So werden etwa zusätzliche Stellplätze in Purkersdorf, Unterpurkersdorf, Tullnerbach-Pressbaum, Rekawinkel, Deutsch-Wagram, Gänserndorf, Gerasdorf, St. Andrä-Wördern, Korneuburg, Mödling, Ebreichsdorf, Gumpoldskirchen und Baden geschaffen, dazu kommen 600 Stellplätze beim Bahnhof Tullnerfeld und 300 in Straßhof. „Diese Stellflächen können noch heuer benutzt werden“, so Pröll.

Dazu kommt das Ausbauprogramm bis 2015. Dieses umfasst etwa den weiteren Ausbau beim Bahnhof Tullnerfeld um weitere 150 Plätze, die Vorbereitungen für die Errichtung von weiteren 500 schnell errichtbaren Stellplätzen (Standorte noch offen) sowie den Ausbau der Park- and-Ride-Anlagen in St. Pölten, Mödling, Bad Vöslau, Baden, Felixdorf, Korneuburg, Deutsch-Wagram und Untersiebenbrunn um insgesamt 1.350 Plätze.

Derzeit verfügt das Land Niederösterreich über insgesamt 33.000 Pkw-Stellplätze sowie 22.000 Plätze für Zweiradfahrzeuge. „Damit ist die Anzahl der Stellplätze in Niederösterreich größer als in allen anderen acht Bundesländern zusammen“, betonte Landeshauptmann Pröll.

Niederösterreich habe in den vergangenen Jahren einen großen Schwerpunkt auf den öffentlichen Verkehr gesetzt, sagte Landesrat Wilfing. Er verwies auch auf den Abschluss des Verkehrsdienstevertrages, der den Personennahverkehr in Niederösterreich bis zum 31. Dezember 2019 regle. Wilfing: „Allein in den letzten zehn Jahren sind die Budgetmittel für den öffentlichen Verkehr in Niederösterreich verdoppelt worden.“

 

[box type=“info“ size=“medium“] In Purkersdorf entstehen als Sofortmaßnahme weitere 45 P&R Stellplätze, die das Land NÖ baut.[/box]

NÖAAB-Liehr: „Der Viertelstundentakt kommt nach Purkersdorf“

Purkersdorfer ÖAAB informiert Pendlerinnen und Pendler bei seiner jährlichen Pendleraktion über den 15-Minuten-Takt bis Purkersdorf-Zentrum ab Dezember 2012

Am Mittwoch, den 16. November, fand der niederösterreichische Arbeitnehmertag statt. Der ÖAAB Purkersdorf verteilt an diesem Tag traditionell Frühstückskipferl an die Pendlerinnen und Pendler. „Dieses Jahr konnten wir vor allem eine erfreuliche Nachricht mit auf den Weg in die Arbeit geben“, erklärt ÖAAB-Obmann GR Florian Liehr: „Der NÖ-Verkehrslandesrat Karl Wilfing hat bereits im Juli angekündigt, dass der Viertelstundentakt mit Dezember 2012 in Purkersdorf Halt machen wird. Das wird eine massive Verbesserung für die Purkersdorferinnen und Purkersdorfer bringen.

 Fahrplanwechsel bringt 15-Minuten-Takt

“Mit Fahrplanwechsel 2012/2013 wird zu den Hauptverkehrszeiten morgens und abends ein Viertelstundentakt bis Tullnerbach-Pressbaum gefahren werden sowie ein Halbstundentakt bis Rekawinkel. Ermöglicht wird das „einerseits durch neue Kapazitäten, die sich durch die neue Westbahnstrecke ergeben und andererseits dadurch, dass Niederösterreich deutlich mehr Geld in die Hand nimmt“, informiert Liehr die Pendler. Künftig zahle das Land NÖ rund 28 Millionen Euro jährlich, um niederösterreichische Verbindungen der ÖBB sicherzustellen.

 Park&Ride-Anlage ausbauen

„Wir haben lange dafür gekämpft! Schlussendlich haben sich unsere Anstrengungen gelohnt. Gemeinsam mit Gablitz und Tullnerbach sowie Pressbaum haben wir den Viertelstundentakt erreicht. Ich bin mir sicher, dass wir nun auch eine Förderung für die längst überfällige Ausweitung der Park&Ride-Anlage erwirken können“, so Liehr.