Bauboom: ÖVP fordert Nachdenkpause und Stadtplanungskommission mit Bürgerbeteiligung

Profis sollen gemeinsam mit Bürgern neue Vorschläge für Stadtplanung und Verkehrskonzept bringen

“In den vergangenen Jahren hatten wir in Purkersdorf eine hohe Baudichte. Selbst Sackgassen, wie die Wintergasse, sind ohne weiteres Verkehrskonzept mit großvolumigen Wohnbauten entstanden – inklusive täglichen Verkehrsstaus. Wir brauchen in der Stadt daher eine Nachdenkpause. Wir fordern einen Baustopp von großvolumigen Bauten und die Einsetzung einer Stadtplanungskommission, die sich in städteplanerischer Sicht mit der Entwicklung der Stadt und ihrer Siedlungen, notwendiger Infrastruktur sowie dem Thema Verkehr nachhaltig auseinandersetzt”, fordert ÖVP-Chef Gemeinderat Andreas Kirnberger.

Während Purkersdorf 1991 noch knapp 6.400 Einwohner hatte, sind es heute deutlich über 9.700 Einwohnerinnen und Einwohner. “Ein Problem des Bevölkerungszuwachses ist, dass die Infrastruktur nicht in ausreichendem Maß mitgewachsen ist, weil sie schlicht und ergreifend nicht vorausschauend geplant wurde. Gleichzeitig hat wohl niemand daran gedacht, dass auch die Grundstückspreise ordentlich anziehen werden. Wenn heute ein gemeinnütziger Bauträger günstige Wohnungen bauen möchte, findet er momentan kein passendes Grundstück dafür”, stellt ÖVP-Klubobmann Florian Liehr fest.

Für die Purkersdorfer ÖVP ist daher klar: es brauche eine Nachdenkpause mit Baustopp für großvolumige Wohnbauten. “Die von uns geforderte Stadtplanungskommission soll aus Städteplanungs-Experten unter Einbringung von Bürgerinnen und Bürgern bestehen, die eine sinnvolle Weiterentwicklung der Stadt und der Siedlungen entwerfen. Wichtig ist uns, dass dabei auch ein Gesamtverkehrskonzept unter den geänderten Rahmenbedingungen mit konkreten Vorschlägen erstellt wird. Jede im Gemeinderat vertretene Fraktion soll dabei für diese Kommission bis zu drei Experten entsenden können. Die wesentlichste Komponente soll jedoch von jenen Menschen kommen, die hier leben: auch die Purkersdorferinnen und Purkersdorfer sollen aktiv an der Stadtplanung teilhaben können und Platz in der Kommission haben”, bekräftigt Kirnberger.