Eigenes NÖ-Modell für 24-Stunden-Betreuung vorgestellt

LR Bohuslav, LH Pröll und Unterstützung von der Pflege-Hotline

Niederösterreich geht in der Pflegebetreuung einen eigenständigen Weg, „der für die Betroffenen auch leistbar ist und im Einklang mit den vorhandenen Gesetzen steht“, so Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll. Dieses eigene „NÖ Modell“ hat Pröll in St. Pölten vorgestellt.

Für selbstständige Tätigkeit gebe es bei der Betreuung 500 Euro, bei unselbstständigen Kräften das Doppelte, 1000 Euro Förderung. Dafür werden vom Land Niederösterreich rund 30 Millionen Euro investiert. Bei der stationären Betreuung, kündigt der Landeshauptmann an, werde ab 1. Jänner 2008 nicht mehr auf das Einkommen der Kinder der zu Pflegenden zurückgegriffen.

 

In  keine Vermögensgrenze

In Niederösterreich gebe es für die 24-Stunden-Betreuung keine Vermögensgrenze. „Damit ist gewährleistet“, so Pröll, „dass mit Auslaufen der Amnestie für illegale Pflegekräfte auf Bundesebene mit 1. Jänner 2008 die Pflege in Niederösterreich weiterhin leistbar ist und nicht bestraft wird.“ Weiters wird eine Beratungs- und Informationskampagne durchgeführt werden, um über das eigenständige Fördermodell ausführlich zu beraten. Dazu wird es auch ein mobiles Beratungsteam geben, welches im Land unterwegs sein wird und Betroffenen zur Seite steht. Auch das Personal bei der Pflegehotline (Tel: 02742/9005-9095) wird im Zuge der Informationsoffensive verfünffacht. Für den Bezug des Pflegegeldes ist zumindest Pflegestufe 3 bzw. der ärztliche Nachweis einer Demenzerkrankung für die Stufen 1 und 2, notwendig, erläuterte die niederösterreichische Soziallandesrätin Dr. Petra Bohuslav ergänzend.

 

Regressverzicht bei Heimpflege wichtiger Schritt

Von den Gesamtkosten des Sozialpaketes entfallen rund 24 bis 25 Millionen Euro auf das Pflegemodell, der Rest auf den Regressverzicht bei der stationären Pflege. Es sei ein wichtiger Schritt, dass künftig für einen Heimplatz nicht mehr auf das Einkommen der Kinder zurückgegriffen werde, so Pröll. „Das nimmt Pflegebedürftigen die Sorge ab, sich als Belastung zu fühlen“, meinte der Landeshauptmann und es werde sichergestellt, „dass auf die Kinder der Betroffenen keine finanziellen Belastungen zukommen“.

 

SPÖ-Buchinger für herzloseste und sozial kälteste Situation verantwortlich

Das eigenständige -Modell sei notwendig, weil das Buchinger-Modell „untauglich“ sei. Lediglich 15 von den rund 4000 niederösterreichischen Pflegefällen hätte sich für das Modell des SPÖ-Sozialministers entschieden. Buchinger sei für die „herzloseste und sozial kälteste“ Situation verantwortlich, die je ein Sozialminister zu verantworten hatte. Vom Regierungschef erwarte sich Pröll, dass dieser „eingreift“ und seinen Sozialminister „zur Ordnung ruft. Gusenbauer tut dies nicht, er lässt die Dinge einfach treiben“, kritisiert Pröll. „Wir spielen da nicht mit“, sagt der Landeshauptmann.